God shave America!

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Ein ganzer Ruhetag in Gillette. – Endlich rasieren!

Wir führen im örtlichen Radgeschäft ein paar längst notwendige Reparaturen an unseren Rädern durch.

Von Natur aus gewöhnt, jede Ausgabe gründlich zu hinterfragen, lasse ich mich auf eine Diskussion mit dem Mechaniker ein: „Warum genau sollten wir eigentlich Ersatzspeichen brauchen? Bei meinem Rad daheim habe ich in acht Jahren keine wechseln müssen.“ – „Na ja, mit all dem Gewicht auf dem Hinterrad ist die Materialermüdung viel größer, bla, bla …“ Eigentlich nur deshalb, weil Stefan auch welche hat, lasse ich mir fünf Stück aufschwatzen. Ich werde dafür in ein paar Tagen noch sehr, sehr dankbar sein.

Neue Klamotten sind angesagt. Irgendwo im Osten muss ich meinen einzigen Pullover verschmissen haben (die letzten bewussten Erinnerungen daran datieren aus der Zeit in Kanada). Nun, da Yellowstone und die frostigen Rockies langsam in Sichtweite rücken, ist es wohl an der Zeit, sich einen neuen zu kaufen.

Wir nützen die Tatsache, dass endlich mal wieder eine Familie mit dem Gedanken spielt, uns zu adoptieren, und genießen den Tag. Am Nachmittag beschließen wir, ein „kleines“ Päckchen mit unnötigem Ballast an die Westküste zu schicken (vor allem jede Menge Nummerntafeln aus den verschiedensten Bundesstaaten, die wir im Laufe der Wochen aus den Straßengräben aufgelesen haben). Danach werfen wir uns, kindisch, wie wir nun mal sind, ins örtliche Freibad. Dort soll es eine recht nette Wasserrutsche geben, die man für die 2,50 Dollar Eintrittsgeld mitbenutzen kann.

Die Rutsche gibt es tatsächlich – allerdings wird unsere Freude darüber sehr bald getrübt: Stefan bricht sich beim Eintauchen ins Auffangbecken beinahe das Kreuz, und ich reiße mir bei einem besonders heißen Ritt ein Loch in meine Lieblingsbadehose. (Heul!)

Vicky und Alex bereiten uns zum Trost ein feines italienisches Buffet, dem wir angesichts der hübschen Tochter Jaymi mit besonderem Genuss beiwohnen. Der restliche Abend wird vertratscht, wobei wir Alex (den Sohn) und Amanda (die ältere Tochter) kennen lernen und man uns voller Stolz das erste Enkelkind präsentiert. („Sabbel, Brabbel.“)

Unglaublich, aber wahr: Vicky und Jaymi singen in einem Kirchenchor, der sogar bereits einmal in unserem schönen Burgenland auf Tournee war! Als Vicky vom burgenländischen Wein und der Heurigen-Atmosphäre im Allgemeinen zu schwärmen beginnt, kommt bei uns Heimweh auf.

Zum Abschluss lässt mich Alex junior einen Ausritt auf seiner Rennmaschine machen (ein Vertrauen hat der Mensch!). Möglich, dass ihm einige Bewohner von Gillette dafür morgen mit der Schrotflinte auflauern werden.


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Stefan & Tobi

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